Türkiye Cumhuriyeti

Münih Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Türk- Alman Dostluk Federasyonu DTF'in Geleneksel "Kybele" ödül töreninde yapılan konuşma, 08.05.2014

Sehr geehrter Vizepräsident Herr Reinhold Bocklet,
sehr geehrter ehemaliger Bayrischer Ministerpräsident Herr Günter Beckstein,
sehr geehrte Bundesvorsitzender Herr Cihan  Sendan,                                                                            




                                                             sehr geehrte Gäste, 

meine Damen und Herren,

Ich freue mich, heute an der Verleihung des Deutsch-Türkischen Freundschaftspreises bei Ihnen im Bayrischen Landtag zu sein. Herzlichen Dank für die Einladung.

 Ich möchte mich an erster Stelle an die Deutsch-Türkische Freundschaftsföderation (DTF) bedanken, der seit Jahren den Dialog und den Ausgleich zwischen der türkischen und deutschen Kultur fördert und die Völkerverständigung zwischen den Türken und den  Deutschen bekräftigt.

 

Seit Jahren organisiert die DTF bundesweit die Deutsch-Türkischen Kulturwochen. Der Höhepunkt dieser Kulturwochen ist jedoch die Verleihung des Deutsch-Türkischen Freundschaftspreises Kybele in den Bereichen Wirtschaft, Politik Medien, Bildung, Cabaret, Solidarität, Kultur Sport und jeweils Ehrenpreise für besondere Verdienste.

 

Bei dem Deutsch-Türkischen Freundschaftspreis "Kybele" handelt es sich um eine Skulptur. Die Kybele soll die Muttererde darstellen. Die Kybele hat in Kleinasien zehntausente Jahre lang verschiedene Zivilisationen beheimatet und hat auch dazu geführt, dass sich verschiedene Kulturen entwickelten. Die Kybele symbolisiert auf der anderen Seite auch die Fruchtbarkeit.

 

Die deutsch-türkischen Beziehungen haben eine tief verwurzelte Geschichte und die bilateralen Beziehungen haben sich mit dem friedlichen Zusammenleben der Türken und Deutschen in den letzten 53 Jahren durch Teilnahme an wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Tätigkeiten noch weiter  vertieft.                                                                                                                                                                                                                                                    
Die Migrationsgeschichte der türkischen Familien begann mit der Unterzeichnung des Türkisch-Deutschen Anwerbeabkommens Im Jahre 1961. Das Leben vieler Einwanderer der ersten und teilweise auch der zweiten Generation war von dem Wunsch an eine Rückkehr in die Türkei geprägt.

Zwischen 1961-1973 kamen insgesamt 858.358 türkische Gastarbeiter nach Deutschland mit dem Ziel in Deutschland Geld zu sparen. In der Zeit von 1974 bis 1985  haben viel türkische Gastarbeiter ihre Familien nach Deutschland geholt und auf der anderen Seite sind zwischen diesen genannten Zeiträumen 29.612 türkische Gastarbeiter in die Türkei zurückgehrt, um ihre Ersparnisse in der Türkei anzulegen. In den Jahren zwischen 1986-2005 kamen jedoch nur noch 371.206 türkische Arbeiter nach Deutschland, während diesem Zeitraum fingen unsere Landsleute auch an, ihre Investitionen in Deutschland zu tätigen und sich dauerhaft in Deutschland niederzulassen. In dieser Zeit wollten unsere Landsleute ihre Identität auch bewahren. Ab 2006 begannen unsere Landsleute sowohl in Deutschland als auch in der Türkei ihr gespartes Geld zu investieren und ab diesem Jahr fing das doppelseitige Zugehörigkeitsperiode an. Nach dem Jahr 2006 verließen 36,988 türkische Staatsangehörige Deutschland.

Heute  jedoch, drei Generationen später, hat sich die Situation geändert. Die türkische Gemeinde ist integraler Teil der deutschen Gesellschaft geworden, unsere jungen Menschen sind in Deutschland geboren und aufgewachsen und Sie sehen ihre Zukunft in Deutschland.


Die türkischstämmige Bevölkerung ist mit Abstand einer der größten ausländischen Gruppen in Deutschland.


Während in den ersten Jahren nach dem Anwerbeabkommen über die türkischen Gastarbeiter und deren Probleme geschrieben wurde, haben in den letzten 52 Jahren Anwälte, Unternehmer, Ärzte, Ingenieure, Sportler, Künstler, Politiker, Manager und hunderte anderer Erfolgsgeschichten die Stelle übernommen.

Im Freistaat Bayern wissen viele Mitbürger gar nicht, dass Bayern mit 36% den höchsten Ausländeranteil aller deutschen Bundesländer hat. Dies zeigt, dass das Münchner Konzept zur  Einbindung  aller gesellschaftlichen Gruppen funktioniert. Es erfordert jedoch auch große und stetige Anstrengungen  und vor allem die beiderseitige Bereitschaft aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen.

In Bezug auf meine türkischen Landsleute ist es mir wichtig, dass Sie an erster Stelle die türkische Sprache, die Kultur, Geschichte kennen und diese pflegen, denn sie sind Teil der individuellen und familiären Identität. Auf der anderen Seite ist es aber auch bedeutsam, die deutsche Sprache perfekt zu beherrschen und die deutsche Kultur zu kennen. Diese Punkte sind die Voraussetzungen für beruflichen und gesellschaftlichen Teilhabe in Bayern und in ganz Deutschland.

Ich bin seit 2010 als Generalkonsul in München tätig und ich wünsche mir, dass sowohl die türkische als euch die anderen ausländischen Staatsangehörigen sich in alle Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland einbringen, um die Zukunft mitzugestalten.

Heute Vormittag war ich bei dem 100.jährigen Jubiläum des Botanischen Gartens München. Als ich gegen Ende der 60er Jahre nach München kam, hat mich die große Wertschätzung des Konzepts des “Botanischen Gartens” sehr beeindruckt. Ich versuche die “Kultur” Eigenschaft so zu definieren, dass die nicht einheimischen Bäume und Pflanzen wie in ihrem natürlichen Lebensraum am Leben bleiben können. In einem Land, wo die Botanischen Gärten große Wertschätzung genießen, finde ich es auch erfreulich, dass die kulturelle Vielfalt immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Meine Rede möchte ich mit einem Vers eines berühmten türkischen Dichters beenden: “ Lebe einzeln und frei wie ein Baum, aber harmonisch brüderlich wie ein Wald.”

Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich nochmals für ihre freundliche Einladung, und auch dafür dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, ein Grußwort zu sprechen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.