Türkiye Cumhuriyeti

Münih Başkonsolosluğu

Konuşma Metinleri

Başkonsolos K.Hidayet Eriş’in, Bavyera Eyalet Meclisi Başkanı Barbara Stamm’ın girişimiyle Bavyera Eyaleti Meclis binasında gerçekleştirilen fotoğraf sanatçısı İlker Maga’nın “Toplumun Renkleri-Bir Almanya Röportajı” (Almanya’daki Türk toplumundan ilginç portreler) temalı sergisinin açılışında yaptığı konuşma, , 12.05.2014

Sehr geehrte  Präsidentin Frau Barbara Stamm
sehr geehrter Integrationsbeauftragter Herr Neumayer
Sehr geehrte Gäste,  meine Damen und Herren,

heute erleben wir einen bedeutenden Tag hier im Bayerischen Landtag in München. Es waren sehr wunderschöne musikalische Einführung mit türkischen Klängen durch Aylin Aykan’s Hände.

Verehrte Präsidentin,

durch Ihre Initiative kam diese schöne Ausstellung zustande. Ich kenne Sie schon seit fast vier Jahren und kenne auch Ihre freundliche und herzliche Haltung gegenüber den türkischen und türkischstämmigen Menschen. Dies haben Sie gerade auch in Ihrem Grußwort sehr deutlich betont.   
  

Ich freue mich, heute zur Vernissage der Ausstellung „Farben der Gesellschaft-Eine Deutschland Reportage“ von İlker Maga bei Ihnen im Bayrischen Landtag zu sein. Herzlichen Dank für die Einladung.

Wie der Titel „Farben der Gesellschaft“ bereits andeutet, thematisiert die Ausstellung die Vielfarbigkeit der deutschen Gesellschaft. Der Künstler İlker Maga reflektiert heute mit seiner Foto-Kunst die Geschichte und die alltägliche Leben der türkisch-stämmigen Menschen in Deutschland. 

Wie Sie wissen, hat Anatolien eine 12.000 (zwölf tausend) jährige Geschichte. Damit ist Anatolien, das im Laufe der jahrtausend jährige Geschichte zahlreiche Kulturen beherbergte, war stets eine Kulturbrücke zwischen dem Osten und dem Westen.

Auch vor ca.50 Jahren kamen Menschen aus Anatolien nach Deutschland. Aufgrund des 
Türkisch-Deutschen Anwerbeabkommens im Jahre 1961 (neun zehn hundert ein und sechzig) begann die Migrationsgeschichte der türkischen Familien. Das Leben vieler Einwanderer der ersten und teilweise auch der zweiten Generation war von dem Wunsch an eine Rückkehr in die Türkei geprägt.

Zwischen 1961-1973 kamen insgesamt 858.358 türkische Gastarbeiter nach Deutschland mit dem Ziel in Deutschland Geld zu sparen. In der Zeit von 1974 bis 1985 
haben viel türkische Gastarbeiter ihre Familien nach Deutschland geholt und auf der anderen Seite sind zwischen diesen genannten Zeiträumen 29.612 türkische Gastarbeiter in die Türkei zurückgekehrt, um ihre Ersparnisse in der Türkei anzulegen. In den Jahren zwischen 1986-2005 kamen jedoch nur noch 371.206 türkische Arbeiter nach Deutschland, während diesem Zeitraum fingen unsere Landsleute auch an, ihre Investitionen in Deutschland zu tätigen und sich dauerhaft in Deutschland niederzulassen. In dieser Zeit wollten unsere Landsleute ihre Identität auch bewahren. Ab 2006 begannen unsere Landsleute sowohl in Deutschland als auch in der Türkei ihr gespartes Geld zu investieren und ab diesem Jahr fing das doppelseitige  Zugehörigkeitsperiode an. Nach dem Jahr 2006 verließen 36,988 türkische Staatsangehörige Deutschland.

Heute  jedoch, drei Generationen später, hat sich die Situation geändert. Die türkische Gemeinde ist Teil der deutschen Gesellschaft geworden, unsere jungen Menschen sind in Deutschland geboren und aufgewachsen und sie sehen ihre Zukunft in Deutschland.

Während in den ersten Jahren nach dem Anwerbeabkommen über die türkischen Gastarbeiter und deren Probleme geschrieben wurde, haben in den letzten fünf Jahrzehnten Anwälte, Unternehmer, Ärzte, Ingenieure, Sportler, Künstler, Politiker, Manager und hunderte anderer Erfolgsgeschichten die Stelle übernommen. Deutschlandweit leben ungefähr 16 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln, die 3 Millionen Türkischen Staatsbürger dagegen bilden in Deutschland eine der größten Ausländergruppen.

Im Freistaat Bayern ist vielen nicht bewusst, dass Bayern mit 36% den höchsten Ausländeranteil  aller Bundesländer hat. Dies zeigt, dass das Münchner Konzept zur Einbindung  aller gesellschaftlichen Gruppen funktioniert. Es erfordert jedoch auch große und stetige Anstrengungen 
und vor allem die beiderseitige Bereitschaft aufeinander zuzugehen und miteinander zu sprechen.

In Bezug auf meine türkischen Landsleute ist es mir wichtig, dass sie an erster Stelle die türkische Sprache, die Kultur, Geschichte kennen und diese pflegen, denn sie sind Teil ihrer individuellen und familiären Identität. Auf der anderen Seite ist es aber auch bedeutend, die deutsche Sprache perfekt zu beherrschen und die deutsche Kultur zu kennen. Diese Punkte sind die wichtigen Voraussetzungen für berufliche und gesellschaftliche Teilhabe in Bayern und in ganz Deutschland.

Ich bin seit 2010 als Generalkonsul in München tätig und ich wünsche mir, dass sowohl die türkische als auch die anderen ausländischen Staatsangehörigen sich in alle Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland einbringen, um die Zukunft ihrer Gemeinden aktiv mitzugestalten.

Ich war letzte Woche bei der 100.jährigen Feier des Botanischen Gartens München. Mich hat die grosse Wertschaetzung des Konzepts und des Prinzips des “Botanischen Gartens” sehr beeindruckt. Ich versuche die “Kultur” Eigenschaft so zu definieren, dass die nicht einheimischen seltenen Baeume und Pflanzen, die Raritäten sind, wie in ihrem natürlichen Lebensraum am Leben bleiben können. In einem Land, wo die Botanischen Gaerten grosse Wertschaetzung geniessen, finde ich es auch erfreulich, dass die kulturelle Vielfalt auch immer mehr an Bedeutung gewinnt und die Toleranz und Akzeptanz für das Multi­kulturelle auch jeden Tag wächst und blüht, wie wir heute mit den Fotografien von Künstler İlker Maga hier erleben.

 Meine Rede möchte ich mit einem Vers eines berühmten türkischen Dichters Nazım Hikmet beenden: “ Lebe wie ein Baum einzeln und frei, aber harmonisch brüderlich  wie ein Wald.”


Sehr verehrte Frau Präsidentin,

Bei dieser Gelegenheit bedanke ich mich nochmals für ihre freundliche Einladung, und auch dafür dass Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, ein Grußwort zu sprechen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.